Sonntag, 29. März 2015

Impressionen aus Tibooburra

Hier ein paar Eindrücke und dazu kleine Geschichten aus Tibooburra:


Kleine Geckos und andere Echsen habe ich hier tausende gesehen, aber als ich grade aus der Dusche kam und auf einmal diese große Echse vor mir war, habe ich mich dann doch ziemlich erschrocken. Habe natürlich erstmal ein Foto gemacht, bevor sie dann abgehauen ist. Später am Tag kam dann die Nachbarin und fragte ob jemand ihr Haustier gesehen hat. Wie sich herausstellte war diese Echse ein "Bearded Dragon", seit vielen Jahren ihr Haustier, aus ihrem Käfig geflüchtet. Glücklicherweise konnten wir sie dann später in unserem Garten wiederfinden, und zur Belohnung gabs dann noch ein Foto :)
Wilson und Ich

Kängurus gibt es in Australien bekanntlich mehr als Menschen, und grade im Outback versteht man wieso dem so ist. Sie sind einfach überall! Allerdings sterben auch jeden Tag viele viele Kängurus, weil sie vor Autos hüpfen. Die Autos hier sind alle mit speziellen Stoßstangen ausgestattet, sogenannten "Roo-Bars", also Känguru-Balken. Bei einem meiner Fahrten zur Müllhalde habe ich mal einen frischen Roadkill fotografiert, der höchstens am Morgen oder Abend davor passiert ist.
Leider nicht so schön, aber auch ein Teil von Australien. Dieses Exemplar hatte außerdem ein Junges im Beutel, wie man auf dem zweiten Bild erkennen kann, guckte ein kleiner Fuß raus.


 In Tibooburra ist vieles nicht wirklich auf dem technisch neuesten Stand, muss es ja auch garnicht sein. Ich habe hier mal zwei Bilder rausgesucht, die ich einfach amüsant fand, weil die Gegenstände mindestens aus dem letzten Jahrhundert sein müssen.

Die Toilette befand sich bei meiner Chefin im Hinterhof, natürlich längst nicht mehr benutzt, aber immernoch charmant.

Das Kino war für mich als Cineast ein echtes Highlight. Eine Wand, ein Tisch für einen Beamer, 4 Stühle, was braucht es mehr? Leider wurde hier während meiner Anwesenheit kein Film gezeigt - frage mich immernoch warum.

 Anbei noch ein paar Bilder von meinem letzten Tag in Tibooburra, an dem ich mit einem der Locals Krebse fischen war. Das war erstaunlich einfach, was auch daran lag das in dem Damm so viele Krebse leben, dass sie sich gegenseitig fressen, wenn man nicht ab und zu ein paar abfischt.
Also, Ziegenfleisch ins Netz, ab ins Wasser, 30 Minuten warten, Netz rausholen und die großen, nicht schwangeren Krebse rauslesen.
Anschließend haben wir sie dann vor Ort in einem alten Bierfass in dem Wasser aus dem Damm mit ner guten Ladung Salz gekocht. Dazu noch ein lecker Bierchen, sehr lecker!!



Sonntag, 22. März 2015

Endspurt im Outback

150 People, schön wärs
Liebe Leute, nach vielen arbeitsreichen Tagen in Tibooburra steht meine Reisezeit unmittelbar bevor. Ich bin dermaßen aufgeregt und zähle schon seit Wochen die Tage. Freitag oder Samstag hoffe ich nach Broken Hill mitgenommen zu werden, von dort geht es dann ein paar Tage nach Sydney, am 31. fliege ich weiter nach Brisbane.

In der Zwischenzeit ist nicht wirklich viel passiert, ich habe meine wenige Freizeit genutzt, mich um zukünftige Ausbildungen zu kümmern, damit ich mir das Thema nicht beim Reisen um die Ohren schlagen muss.
Eine Sache hat sich hier im Hotel doch geändert! Der Stiefbruder meines Chefs hat einen 27 jährigen Koch aus Deutschland beim trampen aufgesammelt, jetzt arbeitet der hier für 4 Wochen und unser normaler Koch hat Urlaub. Mehr Glück konnte ich kaum haben, ich lerne hier jeden Tag nützliche Grundlagen aus dem Spitzenkoch-Handbuch *_*
Sieht lecker aus, ist es auch. Koch werde ich trotzdem nicht.
Wenn ich mal nicht die Bar abschließe am Abend, spielen wir oft draußen Karten mit Christian und Jimena aus Holland bzw. Uruguay, die beide im Roadhaus am Ende der Straße wohnen. Es ist im Moment nicht so viel los im Ort, weil alle Arbeiter von dannen sind. Dafür kommen tagtäglich immer mehr Touris, das sind dann entweder Biker, die die Dirtroads hier voll auskosten, oder Rentner, die sich mal das Outback ansehen wollen.
Eine Gruppe Biker aus Victoria.

Letzten Mittwoch bin ich mit einem der Locals auf "post-run" gewesen, was heißt, dass wir in 8 Stunden Autofahrt 10 abgelegene Rinder- oder Schafsfarmen mit deren Post beliefert haben. Klingt langweilig, ist auch ein bisschen öde, aber jetzt weiß ich endlich warum die Menschen hier das 80 Seelen Dorf Tibooburra als Stadt bezeichnen. Die sogenannten Stations sind nämlich wirklich abgelegen! Da fährt man manchmal mehr als ne Stunde bis zum nächsten Haus.

Ein Hund, ein Schuppen, viel nichts. Eine typische Cattle-Station.

Außerdem konnte ich zwei Touristenziele sehen, zum einen Camerons Corner, wo die Bundesstaaten New South Wales, Queensland und South Australia zusammenlaufen, und man in drei verschiedenen Zeitzonen stehen kann, weil South Australia ja eine halbe Stunde Zeitunterschied für praktisch hält.
Ich war hier !!!
Außerdem, und das fand ich beeindruckender, habe ich den Dingo Fence gesehen. Nie gehört? Der Dingo Zaun ist allerdings mit 5412 km das längste Bauwerk der Welt, länger als die chinesische Mauer. Er hält die Dingos aus dem Süden des Landes fern, wo die Farmer Schafherden halten können. Fand ich schon ziemlich eindrucksvoll, zumal wir eine Dreiviertelstunde  komplett geradeaus an diesem Zaun vorbei gefahren sind.

Und er will einfach nicht aufhören!

Die Highlights in Tibooburra sind nicht wirklich einen ganzen Blog Eintrag wert, es sind eher die kleinen Sachen des Tages die mir im Gedächtnis bleiben werden. Ich lege mal einen Eintrag mit Impressionen aus dem Örtchen an, wenn ich Zeit habe. Das wird ja ab dem Wochenende öfters der Fall sein :D

Machts gut, bis bald, euer Jakob!